Dienstag, 1. Juli 2014

How to flecht a Blumenkranz fürs Haar? So!







Kennt ihr die? Die Issesdennwah-Situationen? Und das unbestimmte Gefühl, dass einem dabei einer zusieht? Einer, der die Fäden in der Hand hält, bzw. ein rotes Knöpfchen, auf das er drückt und dabei "HA! Ich will sehen, was sie sich als Plan D ausdenkt!" brüllt?

Jap. Ich auch.

Die Bildermachereigeschichte von meinem Kommunionkind gehört hier einsortiert. Anfang Mai feierte meine Tochter ihre Erstkommunion. Am Muttertag, genauer gesagt. An diesem Tag war es nach sehr langer Zeit mit frühsommerlichen Temperaturen endlich wieder windig und regnerisch. *ironieaus 

Das Bildermachen im örtlichen Schloßpark haben wir daher auf die Woche danach verlegt, die dann allerdings auch nicht besonders trocken war, weswegen ich unser Vorhaben noch einmal um ein paar Tage verschieben musste.

Dann wurde es heiß.

Sehr heiß.

So heiß, dass das Kommunionkleid mit Strumpfhosen, dem Jäckchen und darüber dem liturgischen Gewand inklusive aller weiteren Utensilien nur am Abend buchstäblich zu ertragen gewesen wären. 

Abends ist aber das Licht weg. Das haben Abende nämlich so an sich.

Die Außentemperaturen regulierten sich nach einigen weiteren Tagen schließlich auf ein angenehmes Ende-Mai-Maß. Dann sagte die Tochter plötzlich ständig "Wie bitte?" und "Was hast du gesagt?" und "Ich kann dich nicht verstehen!". Und fuhr an mir vorbei, mit ihrem Roller, obwohl ich nach ihr gerufen hatte. Und sah mir auf den Mund, wenn ich mit ihr sprach. Und bat letztlich selbst "Mama. Ich denke, ich möchte zum Arzt.".

Einen beidseitigen Paukenerguss stellte er fest, der Arzt, von einer Mittelohrentzündung herrührend, die vor Wochen unerkannt geblieben war und sich selbst geheilt hatte. 

Weder hatte das Kind in letzter Zeit Fieber, noch Schmerzen oder war sonst irgendwie gesundheitsauffällig, dennoch machte ich mir große Vorwürfe. Das Mamahättedatspürensollen-Dings. Ihr wisst Bescheid.

Fast zwei weitere Wochen sollten vergehen, bevor wir die Bilder zur Erinnerung und für die Grußkarten für all die herzliebsten Wünscher und Schenker und Aufmerksamseier gemacht hatten.

Dass sich in diesen zwei Wochen auch das Kleinste sehr erkältete und diese Erkältung auch ein Ohr betroffen hat, muss ich nicht dazusagen, oder? Und dass es so schön wurde, dass ich mit den Kindern ins Freibad gehen wollte, was uns aber untersagt war, weil die Köpfe der Mädchen nicht unter Wasser sein sollten, auch nicht, oder? Und dass deshalb auch ein Planschbecken oder der Gartenschlauch bei 30 Grad im Schatten keine Option waren? 

Nö. Muss ich nicht.

Bei ihrer Erstkommunion jedenfalls trug meine Tochter einen Kranz aus Buchs und Schleierkraut, den ich in der Nacht zuvor band. Die Beschaffung des Schleierkrauts war ebenfalls keine leichte. Ich hab es mündlich vorbestellt. Zweimal sogar. Schließlich wars auch der Muttertagssonntag. Aber immer bekam ich die Auskunft, es sei allzeit ausreichend Schleierkraut in der Gärtnerei vorhanden, weswegen es mir nicht zurückgelegt werden brauche. Ich könne einfach vorbeikommen, am Samstag und soviel mitnehmen, wie ich benötige. Als ich dann am Samstag in die Gärtnerei kam, hieß es "Schleierkraut? Das ist alle!". Na? Genau. Eine Issesdennwah-Situation. Ein Stängelchen Schleierkraut hat man trotzdem noch für mich gefunden. Ein geknicktes, angebräuntes. Für sagenhafte zwei Euro. Issesdenn...

Die vielen Wochen des Darbens hat der Kranz nicht unbeschadet überstanden, weswegen ich für die Fotomacherei einen neuen Kranz binden musste, dessen Entstehung ich für euch bildhaft dokumentierte.

Schon lange wollte ich dieses Making of veröffentlichen. Irgendwie kam aber immer das Leben dazwischen. Nicht nur in echt, auch auf dem Blog.

Das macht aber nichts. Denn erstens soll man die Feste feiern, wie sie fallen und zweitens kann man auch jetzt noch, fernab von Erstkommunionen, erhöhten Blumenhaarkranzbedarf haben. Bei Hochzeiten etwa, oder bei Gartenpartys. Zur Not hebt man sich die Idee für 2015 auf.

Weil ich die Schleierkrautgeschichte nicht wiederholt haben wollte, nahm ich diesmal, was zu der Zeit in unserem Garten wuchs: Giersch und Margeriten.






Und so gehts.



1. Mit dünnem Blumendraht den Kopfumfang messen und durch Verdrehen der Enden sichern. Ganz wichtig: beim Messen einen Finger zwischen Draht und Kopf legen, weil der Durchmesser mit dem gewickelten Grünzeug später kleiner wird.



2. An den Drahtring festen Bindfaden knoten. Damit kann man prima wickeln und er ist angenehmer zu tragen, als Draht, der vielleicht an mancher Stelle auf der Haut liegt.


3. Alle "Zutaten" auf eine Länge von drei bis vier Zentimeter zurechtschneiden. Ein paar Stücke Buchs um den Draht legen, so viele, dass sie den Draht abdecken und drei- oder viermal mit dem Bindfaden umwickeln. Aufgemerkt: nach fest kommt kaputt, deswegen vorsichtig, aber straff ziehen.

Im Wechsel eine Margerite, Buchs und Giersch um den Drahtring legen, dicht an dicht und immer umwickeln.

Jederzeit kann der Buchs auch mit Gänseblümchen, Rosen, Vergißmeinnicht (wenn sie noch blühen, jetzt zu spät), oder jedem anderen Gewächs aus dem Garten kombiniert werden. Im Herbst sieht selbst ein Haarkranz mit kleinen, schon bunten Blättern ENTZÜCKEND aus!



4. So lange wickeln, bis der komplette Drahtring verziert ist. Die Enden des letzten Sträußchens unter die Köpfe des ersten schieben und den Bindfaden nach dem Wickeln abschneiden und verknoten.

Mit schlichten Haarklammern hält der Kranz einwandfrei.




Die Grußkarten hab ich übrigens trotzdem noch nicht gestaltet. Irgendwie kommt mir immer... Issesdennwah.






Alle(s) Liebe -
eure San.












Kommentare:

Rösi hat gesagt…

Liebe San,
ich hoffe, nun sind alle wieder gesund und munter! Dein Kränzchen ist bezaubernd, ob Anfang Mai, etwas später oder erst jetzt!
Liebe Grüsse Simone

Familienfreundlich hat gesagt…

Ja, vielen Dank, meine Liebe! <3

siebenVORsieben hat gesagt…

Ich sage nur: Auweia - herrlich - wunderschön.
Liebe Grüße
Jutta

Familienfreundlich hat gesagt…

<3 <3 <3

Wohnakzent hat gesagt…

What a fantastic Blumenkranz :-))))
Liebe San,
Dein Blumenkranz sieht traumhaft aus
und wird wie man auf dem Bild sieht
mit Stolz getragen.Meine Wenigkeit
mit 2! linken Händen (wir erinnern
uns an den Kaffee an der Wand ;-)
würde trotz wie immer perfekter
Anleitung deinerseits eine Art gemischten Salat ohne Dressing daraus zaubern ;-) Ich hoffe, dass
alle wieder gesund und munter sind
und kenne solche Situationen nur zu gut ;-) Nun wünsche ich Dir den
allerschönsten Nachmittag.
Ganz liebe Grüße
Christina

Wolke Sieben hat gesagt…

Hehee...ich saß neulich beim Bäcker mit einer Freundin in der Sonne, einen leckeren Kaffee schlürfend, als klein Lotti plötzlich "Honig" aus dem Ohr lief! Viel! Und ohne, dass es vorher zu merken gewesen wäre. Laut ist sie immer und auf mich hören tut sie eh (noch) nicht ;)! Mein Arzt meinte dann, das käme schon einmal vor, dass es keine Symptome gibt. Zumindest keine, die man als Mutti mitbekäme. Juh aah nott älohn! P.S.: der Kranz ist wunderschön! I wuudent häff se Geduld...<3<3 Kussi, Rieke