Freitag, 6. Juni 2014

Rosenzucker mit Geburtstagskuchen








Ja-ha. Ordentlich rezeptelastig ist Familienfreundlich derzeit. Sagt das nicht mir, sagt das dem botanisch nachgerade explodierenden Frühsommer! Bei dieser Pracht komme ich einfach nicht umhin, alles tierchenfrei Wuchernde aus unserem Garten zu verwerten, das nicht bei "Drei!" auf dem Baum ist! 

[ Öh. Warte. ]

Das Grünzeug mit Tierchen allerdings, welche auch unter dem lateinischen Namen "Aphis fabae" bekannt sind, umgehe ich hierbei selbstverständlich geflissentlich und buchstäblich. Wä-hää. Aber - drei Kinder, zwei Katzen, da knallst du nicht Giftiges mit der Sprühflasche auf die Beete, da hältst du den Wasserschlauch drauf um dann am nächsten Tag festzustellen, dass die weggespülten, fiesen, schwarzen Blattläuse nicht wie gewünscht ersoffen sind, sondern sich über Nacht (SCHLAFEN LÄUSE NICHT??) tatsächlich auf die benachbarten Pflanzen gehangelt haben!

Kurz: ich hab Rosenzucker gemacht.



Ein grandioses Küchengeschenk, das jeden Einladenden mit Sicherheit bis hinauf in den zweigestrichenen C-Bereich verzückt. Zwar geht des Rosenzuckers Vorarbeit nicht wirklich schnell, das Machen ist in Summe aber äußerst einfach. 


So war das:

Zwei Hände voll Rosenblüten werden ungefähr drei Tage lang in einer Schale oder auf einem Teller getrocknet. 

Dass übrigens jemand wie ich, der zwei (ZWEI!) Minuten nachdem er Holz lackiert oder Metall besprüht hat, mit dem Zeigefinger auf die frische Farbe tappt, weil der Dreck doch jetzt wirklich schon trocken sein muss um festzustellen, wie lange "staubtrocken nach" WIRKLICH dauert, 72 Stunden lang immer wieder in Rosenblättern rührt, sich geduldigst "Nääää, dat muss noch, die sind noch nicht so weit!" denkend, ist, gelinde gesagt, sehr, sehr eigenartig. Ich bin doch bekloppt.



Nach der Trocknungsphase, die Rosenblätter haben sich zwischenzeitlich verdunstungsbedingt von zwei Händen auf eine Hand reduziert, werden die Blätter mit vier Eßlöffeln Zucker und einem Eßlöffel Puderzucker in einem hohen Gefäß püriert oder gemixt.

Anschließend vermengt man den "Rosenstaub" mit einem weiteren Eßlöffel Zucker. 

Erfahrungsgemäß eignen sich am besten dunklere, bzw. kräftig gefärbte Rosenblätter zum Trocknen. Helle Rosenblätter trocknen nicht, sondern werden braun und modrig. Also für den Zucker lieber rote und pinke und dunkelrosane als weiße oder gelbe oder apricotfarbene oder hellrosa Blätter pflücken!




Zwischeneinwurf, thematisch abweichend: 

Daran, dass hier heute so viel schwer zu lesendes Durchgestrichenes steht, AUCH NOCH KURSIV, ist meine wunderbare Freundin schuld. Die hat nämlich gestern Nachmittag während der klassischen letzten halben Stunde am Gartenzaun "Oh! Merk dir, was du gerade gesagt hast und verwende das zweiteilig, den ersten Teil dann durchgestrichen, in einem Blogpost!" gerufen.

Das hat mich nachhaltig total beeinflußt offenbar inspiriert. In allem, außer dem Kursiven. Das war ich.

 
Was man mit Rosenzucker jetzt aber macht? Außer ihn zu verschenken, auf dass er künftig in den Küchenschränken fremder Menschen dahinvegetiere?

Ich verwendete ihn beispielsweise für die Erdbeerroulade, die ich meiner Tochter zu ihrem allerletzten einstelligen Geburtstag gebacken habe. 



Das erste Mal in der Geschichte von Familienfreundlich, seit 2011 also, finde ich es schade, dass ich sehr spezielle Wesenszüge und, hier viel wichtiger, die Namen meiner Kinder auf dem Blog nicht nenne. Denn eine Erdbeerroulade mit Rosenzucker passt nicht nur namentlich und geburtstagsmonatsmäßig, sondern auch charakterlich besser zu meiner Tochter als alles, was ich sonst gebacken habe oder hätte backen können.

Um es noch deutlicher in meinen eigensten Worten zu sagen, auch, damits nicht zu romantisch wird an diesem schnöden Freitag: eine Erdbeerroulade mit Rosenzucker passte besser zum Geburtstag meiner Tochter als Arsch auf Eimer.






 

So voller Liebe für ein entzückendes, begabtes, zauberhaftes, neunjähriges Wesen -
San






Kommentare:

Wolke Sieben hat gesagt…

Wie Du ja sicher weißt, passt der Zucker auch perfekt zu meinem Namen! HA! Leider freue ich mich noch so sehr über jede einzelne Blüte an meinen Rosen, dass an eine Ernte noch nicht zu denken ist. Die süße Roulade sieht zauberlecker aus und ist für die junge Dame mit dem ausgezeichneten Klamottengeschmack sicher perfekt ;), Grüße und Geburtstagsküsse an dieser Stelle <3! Wenn ich nach Bayern ziehe, machst Du mir dann auch sowas zum Geburtstag?? Das wäre (neben den Pfingstferien und den Feiertagen ein echtes Argument!!) ;)) drück di, Rieke

Sana hat gesagt…

Erstmal: Happy Birthday!! nachträglich, wunderschöne Roulade! Geradezu entzückend und...

sowas kannst du doch nicht schreiben!! Ich dreh jetzt durch, weil ich nicht weiß ob deine Tochter Emily, Juni, Rose-Sugar oder Juniper Erdbeerroulade heißt! Waaaah!

Liebe Grüße,
Sandra.

Wohnakzent hat gesagt…

Liebste Geburtstagsgrüße an Deine
Tochter über deren Namen ich ja
jetzt ein laaaanges Wochenende lang
grübeln kann ;-)) Es wird mit Sicherheit ein zauberhafter Name
sein.Die Erdbeerroulade ist auf
alle Fälle ein absoluter Traum.
Noch NIE, ich schwör, habe ich
so eine tolle Rolle gesehen.Was muss
Deine Tochter sich gefreut haben.
Ich bereue gerade fast ausschließlich helle Rosen im
Garten zu haben, wer wollte die
denn unbedingt haben, häh ?!
Ich wünsche Dir das alllertollste
Pfingstwochenende.
Liebe Grüße
Christina

meermond hat gesagt…

Der linke Zwerg auf meiner Schulter schreit: "Mann, warum machst du sowas eigentlich nie?" Der rechte Zwerg brüllt: "Adoptier mich! Ich will auch rosige Erdbeeren!"
Sonnige Grüße

Nell hat gesagt…

So. Das ist ja ganz zauberhaft. Und so rosig. Und wo ist jetzt bitte das Rezept für die Erdbeerroulade?
Und warum lese ich immer Erdbeerremoulade?

Grüße bitte deine Tochter Strawberry-Pinky-Rose ganz herzlich von mir. Sag ihr, die Menschen im Internet finden, sie hat es gut getroffen mit ihrer Mutter. Daran soll sie sich besonders in der Pubertät sehr oft erinnern.
Lg Nell