Donnerstag, 27. Februar 2014

Zitronenwaffeln mit Ingwersahne? ZITRONENWAFFELN MIT INGWERSAHNE!!!!







These

In jeder anständigen Mutterschaft schwingt immer auch ein Hauch Masochismus mit.


Beweis I

Man setzt seine Kinder freiwillig über mütterliche Aktivitäten in Kenntnis, obwohl die unweigerliche Konsequenz dessen eine äußerst unwillkommene ist.

Dazu gehört, zu seinen spielenden Kindern "Ich bin nur mal ganz kurz im Badezimmer!" zu sagen, als wüsste man nicht, dass man, seit man eben diese Kinder hat, sowieso keine einzige alleine Minute in irgendeinem Badezimmer verbringen konnte, EGAL WOZU, und mit Ansage (!) schon gleich gar nicht.

(Das kann ich bestätigen.)

Beweis II

Man vernachlässigt bewusst, aber demütig, die eigene Außenwirkung.

Dazu gehört, endlich mal wieder pünktlich das Haus zu verlassen, allerdings vollgekotzt. Statt panisch 10 Minuten vor Ladenschluss ein Geschäft zu stürmen und dann doch wieder zu spät zu kommen, geht man in dem einzig Schicken und tragischerweise Vorteilhaften, das einem kein halbes Jahr nach der Entbindung passt, zum ersten Klassentreffen nach 20 Jahren, vom Baby bei der Verabschiedung mit einem sehr fragwürdigen Mutterschaftsorden bedacht.

(Davon hab ich zum Glück nur gehört.)

Beweis III

Man verabreicht seinen erkältungsgeplagten Kindern gesundheitsfördernde Mittel in einer Form, die man selbst so nicht gewählt hätte.

Dazu gehört, Zitronenwaffeln zu backen und Ingwersahne dazu zu schlagen, weil das darin zweifelsfrei dokumentierte Vitaminvorkommen einem positiven Genesungsverlauf zuträglich ist, obwohl man selbst, im steten Kampf um die Frühlingsfigur, lieber zur verwässerten, also zur Tee-Version gegriffen hätte.

(Hier macht es mich froh, aus Bayern zu sein. Das erleichtert manches. Beispielsweise erleichtert es mir, ganz selbstverständlich mein 2-Jahre-altes Dirndl anzuziehen, in dem ich frühlingsfigurkampfseidank auch im Sitzen wieder atmen kann, um mit meiner Freundin einen Konzertsaal aufzusuchen und unterstützt von einem siebenköpfigen Sextett (?!) unser Wissen an zotigen Wirtshausliedern zu erweitern. Dass wir alleine durch unsere Anwesenheit den Altersdurchschnitt des sonstigen Publikums schlagartig um 45 Jahre gesenkt haben, sei nur nebenbei bemerkt. Meine Freundin und ich genießen öfter experimentelle Konzerterlebnisse. Beethoven-Reminder! 

Nicht alleine die Tatsache, seit vergangenen Sonntag bei Fragen wie "Woher stammt die poetische Textpassage "Es war einmal ein dicker, fetter Blunzen, der lag in einem Metzgerladen drin"..." jederzeit als Telefonjoker dienen zu können, lässt mich das Bajuwarische verklären, auch die Vorteile der dort verankerten, jedoch allzeit veränder- und erweiterbaren Verhaltensregeln sind nicht von der Hand zu weisen. Etwa:

Was ich an Essen zu mir nehmen könnte, kann ich auch trinken! (Bier)

DAS kann ich als Bayerin ohne viel Aufhebens nämlich auch zu

Was ich trinken sollte, kann ich auf jeden Fall auch essen! (Ingwer und Zitrone)

 machen! Ist das nicht praktisch?)


Zitronenwaffeln mit Ingwersahne










Dazu braucht man:
Für die Waffeln -
125 g Margarine oder Butter
2 EL braunen Zucker
2 EL weißen Zucker
3 Eier
250 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
125 ml Milch
Den Abrieb einer ganzen, unbehandelten Zitrone
und den Saft der halben Zitrone
 

Für die Sahne -

1 Becher Sahne
1 Scheibe (ca. 5 mm) frischen, geriebenen Ingwer
1/2 TL gemahlenen Ingwer
1 1/2 TL braunen Zucker
3 EL Naturjoghurt



So hab ichs gemacht:

 Margarine, Zucker, Eier und Salz schaumig rühren.
Mehl und Backpulver mischen, unter die Eiermasse rühren, dabei die Milch einfließen lassen.
Den Abrieb der Zitrone unterheben, mit dem Zitronensaft vermischen.
Solange die antibiotische Wirkung von Vanilleschoten nicht eindeutig erwiesen ist, ein durchaus mögliches und sicherlich leckeres Vanilleschotenmark gna-den-los weglassen.

Waffeln backen.  


Die Sahne mit dem Zucker und dem gemahlenen Ingwer vermischen.

Den frischen Ingwer, der später an den Rührdingern hängen bleibt, dazureiben.

Überlegen, ob man Letzteren nicht auch besser durch gemahlenen Ingwer ersetzen sollte. 


Keine Butter, sondern Sahne schlagen.

Zuletzt den Naturjoghurt unterheben.











Außerdem:

Während man die Waffeln bäckt und die Sahne schlägt, die drei eigenen Kinder mit dem entzückenden Kindergartenbesuchsfreund des Jüngsten zu Schostakowitschs Walzer Nr. 2 Stopptanz tanzen lassen.

Nach dem Zubettbringen der Brut des wohlerzogenen Nachwuchses im eiskalten Innenhof mit der allerbesten auf einen Zwischenstopp vorbeischauenden, weiberfasnachtsaffinen, herzköniglichen (!) und somit absolut waffelkonformen Konzertfreundin Prosecco trinken und den geplanten Waffelpost nicht um 21.00, sondern um 23.30 Uhr veröffentlichen.






Alle(s) Liebe -
San



PS: Isch bin ganz verknallert in eusch, bzw. eure Kommentare und Mails! Dankesosehrfüralles!

PPS: Das macht das Nicht- oder Spät-Antworten nicht besser, aber ich wollts wenigstens mal gesagt haben! <3

PPS: Denn wisst ihr - ich bin auch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen... Moment. Falscher Film.
Ich bin nur eine schlichte Mutter. Fürs Freuenwiebekloppt hab ich aber immer Zeit!





Kommentare:

Lauter Liebhaberstücke hat gesagt…

Guten Morgen!
Wieder einen so schönen Blog heute entdeckt. Bezaubernde Bilder machst Du! so - jetzt wirst verfolgt von uns.
Liebe Grüße Christiane

Wolke Sieben hat gesagt…

Also wenn Du eines nicht bist mein Liebes, dann schlicht ;)! Das Riesenstück Ingwer sieht auf dem ersten Bild aus wie eine Pastinake...hö,hö! Wie gern wäre ich die Prosecco-Freundin gestern Abend gewesen...aber ich bin nicht nur viel zu weit weg...ich hab auch kein Dirndl!! So, jetzt wo ich bei Dir nach dem Rechten geschaut habe, kann ich mich ja gen Norden verabschieden. Liebste Grüße und viele Küsse, Rieke