Donnerstag, 19. September 2013

{Ein(-)} Blick ins Jungszimmer







Vor ziemlich bald 11 Jahren hing ich schwer atmend am Handlauf eines Krankenhausflures. Das war bestimmt kein besonders eleganter Anblick und ich möchte dieses Thema auch gar nicht weiter vertiefen.
Nur soviel: beim schweren Atmen blieb es nicht und nur wenige Stunden später hielt ich meinen Sohn im Arm.

Die erste Zeit teilten wir uns das Schlafzimmer, das Frischgeschlüpfte und seine von Anfang an saucoolen, nie an der Raumtemperatur zweifelnden Eltern. Nach einem Jahr begannen wir den ersten größeren Umbau - wir legten beide Wohnungen unseres Hauses zu einer zusammen und machten so aus zwei Zimmern, Küche, Bad und Flur innerhalb zwei Monaten fünf Zimmer, Küche, zwei Bäder und zwei Flure. Eines der fünf Zimmer wurde das meines Sohnes.

Die letzten 10 Jahre hat dieser Raum viel erlitten gesehen. Gelbe Wände etwa, und darauf Autostempeleien. Aus dem Gitterbettchen wurde ein Hochbett, welches zwischendurch sogar ein paar Wochen lang von einer Matratze auf dem Boden abgelöst wurde, deren Platz dann wiederum, und das bis heute, ein sehr schlichtes schwedisches Modell einnahm. Die zuvor gelben Wände wurden anders gelb, dann taubenblau in Kombination mit weiß und einem Sandton und obwohl mir das noch immer gefiele, strich ich letztlich im Herbst vergangenen Jahres alle Wände weiß.

Ein weiß-grau-karierter Teppich auf dem Laminat wich einem weiß-blau-gestreiften und schließlich überhaupt keinem mehr, weil der Sohn aus bebauungstechnischen Gründen keinerlei Hindernisse gebrauchen kann.

Aus Sisalleinen mit gemalten Bildern wurden Weltkarten und Gerahmtes, aus einem kleinen ein großer Schrank, aus sehr vielen Kleinmöbeln nur ein paar ausgewählte mit größtmöglichem Stauraum.

Der Sohn ist gewachsen. Das Zimmer auch. Direkt proportional sozusagen.

Ich habe gefragt und die Erlaubnis bekommen, Bilder davon zu zeigen. Vom Zimmer, nicht vom Sohn. 

Das Jungszimmer, das in den letzten Jahren bestimmt 20 Mal mehr oder weniger radikal umgestellt wurde, hat im Moment einen richtig guten, eigentlich den bisher besten "Grundriss".

Ein in den Raum stehendes Regal, die Rückseite weiß gelackt und der Inhalt mit einem Vorhang von der Außenwelt abgetrennt Hallelujah!, teilt das Zimmer in verschiedene Bereiche. Geniale Idee des Sohns.







Der eine Bereich, mit Bett und alter Kiste als Ablage, Bilderleisten, vielen Kissen und besagter Rückwand ist sehr ruhig und reduziert gehalten, perfekt zum Schlafen, Lesen und Chillen. Das hauseigene "Prinzsohni auf der Erbse"-Prinzip, bei dem zwei Matratzen im Bett übereinander liegen, garantiert Übernachtungsgästen stets eine eigene.










Die andere Seite wird von einem Schreibtisch dominiert, den man eher als Schreibtafel bezeichnen muss. Eine MDF-Platte wurde in die komplette Länge von Zimmerseite zu Zimmerseite eingepasst. 

Die linke Hälfte, die mit dem Vorhangregal, hat Platz zum Bauen, Kleben, Sägen, Malen, zum Tüfteln und Forschen und zum, sehr wichtig, auch Liegenlassen-Können. Hier gibt es ein Brett mit Mikroskop etc. und das Tafel-Lego-Regal. Noch immer aktuell: Star Wars.






Die rechte Hälfte, unter dem Fenster, ist nur für die Schule reserviert. Nichts soll den Sohn bei den Hausaufgaben und vom Lernen ablenken. Also, zusätzlich zu seinen Schwestern, seiner Mutter, den Gastkindern seiner Schwestern, den Gästen seiner Mutter, den Katzen, der Türklingel und dem Stift, der gerade runtergefallen ist.

Spielsachen und Werkkram haben auf dieser Seite des Schreibtisches nichts zu suchen. Das klappt prima. Wirklich. Nee, echt jetzt. Glaubste nich? Pfh. 


Für Musik ist immer Platz.


Ansonsten steht im Zimmer meines Sohnes noch ein großes, quadratisches Bücherregal und ein zwar nur wenig tiefer, dafür aber umso höherer Kleiderschrank. Hinter der Tür befindet sich eine weitere Hakenleiste für Sportsachen und Taschen und die innere Zimmertür ist mit schwarzem Tafellack gestrichen. Wippe und Dartscheibe komplettieren die größeren Einrichtungsgegenstände, ansonsten hat das Kind Kram. Unmengen an Kram. Und Büchern. Und Kram. 

Und aller Kram ist ausgesprochen wichtig - drölfzig Bälle (nicht alle im Bild) etwa. Für den selbst gebauten Basketballkorb.




Gut übrigens, dass niemand weiß, dass das Jungszimmer, keine Woche nach Schulbeginn, derzeit noch der EINZIGE RAUM IM GANZEN HAUS IST, bei dem man wieder sehen kann, welcher Bodenbelag verlegt wurde. Und NIE IM LEBEN würde ich das verraten! NIE!




San 


Kommentare:

Sandra bloggt hat gesagt…

Liebe San! Das ist aber ein sehr schönes Jungs-Zimmer! Und da meine Jungs Deinen altersmäßig einrahmen (fast 10 und 13) musste ich schmunzeln bei dem Hubschrauber, dem Star Wars Buch, den Bällen, dem Iphone und vor allem und ganz besonders bei dem Spruch an der Pinnwand! Der hängt hier zwar (noch) nicht, den höre ich aber gefühlt JEDEN Nachmittag. All die Dinge finden sich hier bei uns auch in dem einen oder anderen Zimmer wieder. Es ist schön zu sehen, dass Kinder egal wo und Deutschland, Nord oder Süd, Stadt oder Land, doch irgendwie ähnlich ticken :)
Liebe Grüße
Sandra

Familienfreundlich hat gesagt…

Das ist aber ein wirklich besonders schöner Kommentar! <3
Ich bin gespannt, wie sich sowohl das Zimmer, als auch der Sohn und im Zuge dessen auch seine Mutter (! ;) ) weiterhin entwickeln. "13" macht mir derzeit noch ein kleines bisschen Angst ;), wobei mich der letzte Teil dennoch beruhigt - sie sind wirklich irgendwie alle gleich und ich werde nicht darauf verzichten, mir anderswo Rat gleich welcher Form einzuholen. :)
Ich grüße dich ganz, ganz herzlich und - ich find die Kürbisse TOLL! IN WEISS! OFFENE TÜREN!!!!! ;))

Ein Dekoherzal in den Bergen hat gesagt…

EINFACH NUUUUUR COOOOL DES ZIMMA VON DEIN BUAM... wird des glei meiner TOCHTA zoagen.. weil de für ihrn BUAM ah des ZIMMA neich GESTALTEN WILL::: FREU::: FREU:::: los da no aaaaaa gaaaanz coooolllen GRUAß do.... Birgit...

Wolke Sieben hat gesagt…

Liebste San! Ein saucooles Jungszimmer! Ich kann Dir meinen mal für eine Woche vorbeischicken, er würde sich mit/bei Deinem Sohn bestimmt wohlfühlen (vor allem wenn der Hubschrauber noch geht...unserer ist längst geschrottet). Star Wars tut da sein Übriges...und er würde ihn auch gaaaanz bestimmt nicht von den Hausaufgaben ablenken....nieeeemals!! ;) Am besten finde ich den Basketballkorb, richte das bitte aus ;)! Liebste Grüße, Rieke <3<3

Familienfreundlich hat gesagt…

Ha! Da siehst du mal! :)
Ich suche übrigens noch nach "Ein-Wort-Plakaten" und richtigen schönen, großen und vor allem rechteckigen Metallboxen. Wenn deine Tochter da einen Tipp... ;)
Die liebsten Grüsse in die Berge! <3

Familienfreundlich hat gesagt…

Mach ich. :) Eine Helmschachtel und ein metallener Kleiderbügel - wer hätte das gedacht... ;D
Immer her mit deinem Sohn - der Hubschrauber (DER Hubschrauber...) funktioniert noch. Der Sohn hat ihn sich von seinem allereigensten, ersparten Taschengeld gekauft, wahrscheinlich deswegen. Oder, warte, nee. Purer Zufall!! ;))
<3 <3 <3

dierotefee hat gesagt…

Cooles Zimmer- da finde ich es fast schade, dass ich nie ein Jungszimmer einrichten werde. ;)

Familienfreundlich hat gesagt…

Nix ist schlimmer, als Jungszimmer. Ehrlich wahr.
Diese Mischung, speziell mit knapp 11, aus "keinerlässigeralsich" und "immernochamliebstengregstagebuchlesen" fordert. ;)
Allerdings steht das Mädchenzimmer, eine Kombination aus "8" und "4", ebenfalls an. ZU HILFÄÄÄÄÄ!!!!!!

Das Hasenhäuschen hat gesagt…

Hallo liebe San,
tolles, cooles Zimmer. Was man so durchmacht in 11 Jahren....vom Atmen bis zum Stylen der verschiedenen Vorlieben- und Altersphasen. Man wächst ja immer über sich hinaus. Mein Kleiner ist ja 5, bei uns herrscht noch das verspielte, Playmo-Ritter-Piraten-Nest vor. Obwohl der Haba-Teppich jetzt raus muß. Ist für Babies. Weißte Bescheid. Mit Star Wars gehts jetzt auch los (obwohl ich glaube, er weiß noch gar nicht, worum es geht...nur dass die älteren Jungs es COOL finden...das reicht.)
Einen schönen Abend und liebe Grüße, Diana

Familienfreundlich hat gesagt…

Also, Diana, ich hab da neulich irgendwo einen rockenden Teppich gesehen... ;)
Aber ich weiß genau, was du meinst. Alles ändert sich. Erst verschwinden die Babyspielsachen, dann die "großen kleinen" Legos und Bausteine, um Platz für "kleine große" Legos, Experimentierkästen, Kristall- und Urzeitkrebszucht, Zauberkästen und Nerfs und Ferngesteuertes aller Art und Carrera-/Straxx-/HotWheels- und Dardabahnen zu machen. Dazwischen: Kram. Allzeit. ;) Und - ich, ganz erstaunt, was alles in dieses Regal passt!!! ;))
Liebste Grüße!