Donnerstag, 28. März 2013

Lach doch mal!

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Bekanntermaßen bin ich ausgesprochen leicht zu erheitern. Als ich noch ein Kind war (Kein Baby. Ein ausgewachsenes Kind. O-Ton Jüngstes.), fiel sehr oft der Satz: „Also, dir muss man auch nur ein Stöckchen vor die Nase halten, um dich zum Lachen zu bringen!“. Ich würde gerne, aber ich KANN nicht behaupten, dass sich daran besonders viel geändert hat.

Was man mir zu Gute halten kann ist vielleicht die Tatsache, dass ich über mich selbst meist am Lautesten lache. Ich kann mir gar nicht erklären, weshalb, aber manchmal gerate ich versehentlich in Situationen, in denen die Alternative zur Lacherei wohl nur eine Vogel-Strauss-ähnliche Körperhaltung wäre, die ich aufgrund ihrer spärlichen Eleganz wenig favorisiere. Also.

Unlängst rief beispielsweise die Klassenlehrerin meines Sohnes an. Bei uns heißt Frau X (Name geändert, hahahaaa!) „Frau X“. Als sich Frau X am Telefon aber mit ihrem vollen Namen vorstellte, konnte ich diesen zuerst – es war bereits nach 18 Uhr – so gar nicht mit Schule etc. in Verbindung bringen und begrüßte sie daher nach einer Denksekunde mit „Haaaaaaaach! Sie haben ja auch einen Vornamen! Gnihihihi!!“.

Nun ja. Obwohl es sich bei dem Telefonat eigentlich nur um einen verschobenen Elterngesprächstermin handeln sollte, bin ich sicher, dass ich alle sonstigen eventuell im Raum stehenden Fragen alleine mit diesem Satz klären konnte.

Ich kann des Weiteren über die Tatsache, dass ich noch den Umfang eines Parallelogramms ausrechnen kann fast genauso lachen, wie über den anschließenden Tanz mit meinem dadurch 1a-schulaufgabenvorbereiteten Sohn durch die Küche. Was für den einen nämlich die Geometrie in der Unterstufe bedeutet, erfüllt dem anderen ein Biochemiestudium. Oder der Lehrstuhl für Quantenphysik an der TU. Und der Tanz, eine Mischung aus Gangnam Style und Linedance, hätte sicher auf Youtube Schrillionen-Klicks-Potential gehabt.  

Ich weiß übrigens genau, woran der ein oder andere in diesem Moment denkt. Aber die Schwimmlehrergeschichte möschte isch nischt wiederholen. Wenn Sie hier bitte Ihr Gedächtnis bemühen.

Ein steter Quell der Heiterkeit und somit der mütterlichen Erheiterung sind natürlich auch Kinder.

Zugegeben, manchmal möchte ich meine gerne meistbietend verkaufen… Na ja, nicht unbedingt meistbietend. Verkaufen eben. Zu einem guten Preis. Günstig. Sehr günstig. Sozusagen für einen symbolischen Euro.
Ach was, an manchen Tagen hege ich den Gedanken, meine drei Kinder mit einem „Zu verschenken“-Schild um den Hals auf den Gehweg vor das Haus zu stellen. Mit selbst gebackenem Erdbeerkuchen als Dreingabe!

Aber ich schweife ab. Meine Kinder also, die ich selbstverständlich IMMER, gelegentlich aber doch in variierender Innigkeit liebe und ÜBER die ich nicht lache, sondern mit ihnen und um sie herum, erbten allesamt die Eloquenz ihrer Mutter und stellen das auch täglich unter Beweis.

Mein Sohn spricht z.B. seit einiger Zeit mit vollem Mund. Manche legen das mit drei Jahren ab, andere müssen erst 10 werden, um damit anzufangen. Wir sitzen also beim Frühstück, der Sohn schiebt sich Müsli rein und sagt „Mmmhpf, imph mömphfff dimphffff…“. Aha. Ich kucke nicht, sondern weise ihn darauf hin, dass ich ihn so nicht verstehen könnte. Er schluckt, grinst und unterbreitet mir sein Anliegen erneut. Auf walisch! „Maaaaamaaaaaa, ihiiiiich woooollteeeee diiiihiiich fraaaaageeeeen, ooooob…“.

Clown im Müsli. Eindeutig.

Meine erste Tochter lässt mich die Mascara weglachweinen, indem sie mich entweder mit selbst erdichtetem Liedgut beglückt - „Du nackte Zwiebel, Mamadassagichnichtzudir, du nackte Zwiebel, yeah, yeah, yeah, yeeeeeaaaah!“, oder unglaubliche Diplomatie beweist, indem sie, erkältet, die ihr vorgesetzten, zuckerfreien Kekse als „Oh! Lecker! Aber weißt du, ich schmecke gerade auch nicht so besonders viel.“ befindet.

ELOQUENZ!

Und meine zweite Tochter (An dieser Stelle: Vierjährige sind sowieso eine Klasse für sich. Auch, wenn sie es erst seit drei Wochen sind.) erzählt im Moment pausenlos Witze. Erfundene. Von ihr. Etwa: „Fritzchen, ein Pfannkuchen und ein Hase spielen Fangen. Keiner fällt hin.“.

Ich schwöre, bei so etwas liege ich unter dem Tisch.

Die Kosmetikindustrie wird langfristig auch freuen, wenn wür wüdür ürgündwü düs Kündürthüütür müt nüch Hüsü nühmün und stundenlang jeden Vokal durch ein „ü“ ersetzen. Züm Büspül.

Unschlagbare Lachanfallauslöser sind übrigens auch meine Freunde.
Ich werde keine Namen nennen, aber ich habe Freunde, deren Langzeitgedächtnis aus dem papierernen Archiv eines alten Mannes besteht, der Erinnerungen mit befeuchtetem Zeigefinger aus hölzernen Schubladen zieht. Mehr muss ich nicht sagen. Außer: alleine dafür lieb ich dich.

An unserer Tafelklotür prangt abschließend derzeit übrigens kein Sinnspruch über behornte Phantasiepferde, schwedische Rothaarige oder gemeine französische Vokabeln, sondern schlicht „Lach doch mal!“. Phü. Üls üb üns düs üxtrü jümünd sügün müsstü.


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