Sonntag, 15. Januar 2012

I did it myself

Wenn ich nicht weiß, wohin mit meiner vielen Zeit (Haha.), nähe ich. Taschen zum Beispiel. Oder Beutel für Kleinkram. Hüllen für Pixibücher, Kissen, iPhones und Wickelutensilien, ich mache Kinderwagenkissen, Haarbänder, Babytücher, Laufradtäschchen, und, wenn ich einen ausgesprochen mutigen Tag habe, sogar Mädchenkleider.



Ich halte es hier genauso wie in vielen anderen Bereichen meines Lebens: vielleicht nicht besonders gut, aber leidenschaftlich. Denn - beigebracht hab ich mir das Nähding selbst. Nicht, dass nicht mittlerweile gut eineinhalb von fünf Metern Bücherregal „Amy-Butler-Lektüre“ beinhalten würde – learning by doing sind hier die Zauberworte (in meinem Fall vielleicht sogar „learning by feeling“, wenn man meine nicht nur anfangs geradezu dramatisch durchstochenen Finger berücksichtigt)! Aber wie bemerkte der beste Frisör der Welt, als ich ihm grinsend ein "Pixi-to-go" für seine Tochter überreichte "Schief heißt individuell."? „Des lernst schon noch.“. Na dann.


Selbstgemachtes und –gebautes finde ich nämlich grandios. In unserem eigenen Haus genauso, wie als Mitbringsel zu diversen Festivitäten. Mein Spektrum reicht unter anderem von Genähtem über Kulinarisches, von beispielsweise Gefilztem (mein lieber Mann, tut das vielleicht weh, wenn man da daneben haut…) und Bestempeltem (hast du deine Taschentücher eigentlich schon verweint, Frau S.?) über Kinderküchen aus Nachtschränkchen, Lampenschirmen, Tafeln und uhuuu Flammenmalereien im Zimmer meines Sohnes, bis hin zu klitzekleinen „Lebensgeschichten“ in Buchform.


Mittlerweile bedenke ich auch allerlei Befreundetes und Bekanntes mit meinen, nennen wir sie „Machenschaften“. Obsewollnodanich. Also, die Freunde. Aber, Tipp, da ich keine unangemeldeten Kontrollbesuche mache, kann man das Zeug ja auch gut unauffällig in diversen farbrichtigen Tonnen verschwinden lassen. Man muss nämlich wirklich der Typ sein, der auf selbst Angefertigtes steht. Das befreundete Paar, dem ich, ihres Zeichens hochzwillingsschwanger, ein paar meiner genähten Babysachen gezeigt habe, konnte das Entsetzen in ihren Gesichtern kaum verbergen. Keine Sorge, IHR werdet nicht von mir bedacht und ich mag euch dennoch außerordentlich gerne!


Zum Glück befinden sich aber viele solcher Selber-Typen in meinem Freundeskreis, die allesamt so ticken wie ich! Und was haben sie mir bereits unfassbar Wunderbares mitgebracht! Vom Brühpulver angefangen über Schals, Bucheinbände, Kuchen in Gläsern, Mützen, Kirschkernkissen, Marmeladen, Weihnachtsplätzchen, gehäkelte Zauberhaftigkeiten, bis hin zu Bildern, TaTü-Hüllen und sogar Schmuck (der mir mit den Worten „Äh. Is aber nur selbst gemacht…“ überreicht wurde. An dieser Stelle auch nach zwei Jahren noch einmal ein ganz besonders herzliches „Du doofe Nuss!“), und vieles, vieles andere.


Und – auf keinen Fall damit aufhören, bitte! All diese Dinge sind für mich an Wertigkeit nicht zu übertreffen!


Wenn dir nämlich einer gleichsam „eigenes Apfelmus“ mitbringt, ist es beinahe so wie damals, als du von deinem Freund ein selber aufgenommenes Tape geschenkt bekommen hast. Da hat sich jemand was gedacht. Und nachgedacht. Über dich. Und sich Zeit genommen. Für dich! Ja, wie is das schön! Deshalb noch einmal: mehr, mehr, meeeeeehr (ja, auch du, die mich mit ihren Gebäcksköstlichkeiten an den Rand des figürlichen Wahnsinns bringt!)!!


Und um es mit einer (boh, wie das passt, ich staune) Kombination aus Selbstgemachtem und Essensdingen abzuschließen – ich habe tatsächlich einen meiner Neujahrsvorsätze gehalten (und um der Wahrheit in ihr hinterhältiges Gesicht zu blicken - es wird bei diesem einen bleiben):


Ich koche Neues. Echt jetzt. Diese Woche Zitronenhühnchen und ein Zuckerschoten-Champignon-mit-Schafskäse-Ding-ohne-Namen. Toll, oder? Ich hab sogar Kohl gekauft, der aussieht, als hätte sich jemand Schweres darauf gesetzt. Bisher weiß ich noch nicht, was ich mit dem mache. Und sollte mir in der Tat nichts einfallen, so lange das platte Ding noch genießbar ist, hege ich keinerlei Zweifel daran, dass jemand in dieser Familie ein wenig von meinem „DIY“ geerbt hat. Vielleicht wird nämlich mein Sohn dann des Kohls frisbeeöse Flugeigenschaften testen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die Eule auf der iPhone-Hülle ist im Übrigen nicht von mir, sondern die bezaubernde Häkelei und das Geschenk einer Freundin! :-)
san.