Montag, 7. November 2011

Nächste Woche wirds was geben...

Kommenden Freitag ist St. Martin. Vielen ist das wurscht, mir nicht. Denn St. Martin heißt für mich, dass ich ENDLICH MIT DER WEIHNACHTSDEKO anfangen kann!!


Ja, stimmt schon. Ich bins. Die, der immer alles zu schnell geht. Hier bestätigt aber die Ausnahme die Regel. Sowieso ist nämlich, wie ich feststelle, alles Regelwerk Auslegungssache. Ich meine damit jetzt nicht, bei dunkelorange über die Kreuzung zu fahren, weil „a bissl was Grünes immer dabei“ ist. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir eh nur eine einzige Sache ein, an die sich ausnahmslos ALLE halten: Waschanleitungen. Oder hat man schon mal von jemandem gehört, der das „Nur-Handwäsche-bei-höchstens-30-Grad“-Schildchen ignoriert und seine wollerne Oberbekleidung mit einem fröhlichen „Pah! Wenn er das nicht aushält, hätts wohl kein Pulli werden sollen!“ zur Kochwäsche geworfen hat?? Also ich nicht. Heißt in meinem persönlichen Umkehrschluss, dass ich weihnachtlich dekoriere, wann immer ich will.


Nicht, dass ich in diesem Fall viel auf die Meinung anderer geben würde. Genau genommen ist mir das sogar so egal wie kaum etwas. Allerdings bin ich im Lauf der letzten Jahre bei diesem Thema so manch hoch gezogener Augenbraue begegnet. Und ich habe immer erklärt, dass es im ganz echten Ernst auch einen bestimmten Hintergrund hat, wieso ich schon zwei Wochen vor allen anderen Tannenzapfen auf die Fensterbretter schmeiße: Ich finde Weihnachten ab dem 27.12. doof.


Also, nicht doof im Sinne von „Quatschkommerz“, sondern doof im Sinne von ganz einfach „vorbei“.


Der Mann meines Herzens und ich, wir lieben uns seit elf Jahren. Und die letzten elf vergangenen Winter waren IMMER Zeitpunkt (ob das wohl am Christfestdatum liegen mochte??!) einer sonst tatsächlich kaum vorhandenen Streitkultur, die jeder Seifenoper den Rang ablaufen könnte, denn: wann, verdammt, schmeißen wir den Weihnachtsbaum aus dem Fenster?


Wenn es nach mir ginge, bereits an jenem besagten 27., wenn es nach meinem Mann ginge, irgendwann Anfang Februar (!!!!!). Wir einigen uns jedes Jahr aufs Neue darauf, dass die Dekogeschichten ab Silvester auf den Dachboden verbannt werden können (können… äh…), der Baum aber allerspätestens am 6. Januar das heimische Wohnzimmer verlassen muss. NIE gilt das einmal Beschlossene für alle Zeiten, jedes Jahr wird neu verhandelt (es könnte für mich ja vielleicht in 2011 ganz anders aussehen, als im Jahr zuvor).


Hm. Weihnachtsdekotechnisch ist mein Mann sowieso ein armer Hund. Ich liebe es nämlich, jede einzelne Hausseite von mannshohen Nikoläusen besteigen zu lassen und leuchtende Rentiere im Garten zu verteilen… Haha! DAS hat jetzt keiner geglaubt, oder?


Ich hoffe nicht, denn auch zur Weihnachtszeit bleibe ich meinem angestammten Farb- und Geschmacksschema mehr als treu. Neutral halt: Zapfen, bemooste Zweige, von meinem liebsten Schreiner-Landschaftsgärtner-Bruder aus dicken und großen Baumscheiben ausgesägte Sterne, der Baum im Zinkkübel mit Filz-, Metallhängern und Kugeln in silber, gold, braun, grün und beige behangen. Ein mit und für die Kinder gestalteter Adventsweg mit 24 Teelichtern, drei Adventskalender, weiß lackiert und in „kindshoher“ Tannenform, ein Kranz auf einem uralten, silbernen und angelaufenen Tablett und viele, viele Kerzen. Alles, außer in dem für diese Jahreszeit klassischen „rot“.


Und dabei mag mein Mann diese (Weihnachts-)Farbe doch so sehr! Allerdings denke ich auch, dass er es grundsätzlich sehr viel schlechter hätte erwischen können. Also, partnerschaftlich. Jahaa – auch hier wieder 5,- € ins Narzisstenschwein (Mädels, was mach ich nur mit all dem Geld? Ich fürchte, wenn das so weiter geht, müssen wir irgendwo noch ein weiteres Wellness-Wochenende dazwischen schieben, bei dem ich mir ohne mit der Wimper zu zucken sämtliche angebotenen Anwendungen leisten kann!). Auch hier der Umkehrschluss - er mag MICH wohl auch…


Mal überhaupt – ich finde den November sowieso grandios. Die ersten Kannen Tee, Wolldecken und gestrickte Socken. Wir suchen in der Nachbarschaft unseren Weihnachtsbaum aus, den wir dann am 21.12. mit dem Schlitten nach Hause transportieren und vielleicht sogar der erste Schnee.


Schnee! Hurra! Auch das ein ausgesprochnes Familienspektakel! Sobald es schneit, und das, um mit den Worten meiner Tochter zu sprechen, „Hingewinterte“ auch liegen bleibt, schieben wir eine „Ghetto-Tonne“ aus ihrem Unterschlupf, die befeuert wird und in deren Ambiente in unserem Innenhof dann im Schein von zusätzlich gefühlten 1000 im Schnee versenkten Lichtern Bratwürstl gegrillt werden. Wenn das nicht romantisch ist.


Und dann erst all das andere Adventliche und Glänzende und oh, die Weihnachtspost, handgeschrieben und an einer Sisalleine mit hölzernen Wäscheklammern aufgehängt! Die Wichtelei mit den Mädels und die Geschichten und das Plätzchenausstechen und das Weckmännerverzieren bei meiner Freundin, das Adventssingen am verstimmten Klavier und der Duft von Kiefernzapfen! Der Besuch von Freunden, am Vormittag des Heiligabends und an den Feiertagen auf einen Glühwein aus dem Laden unseres Vertrauens! Hurra! Ich freu mich so!


Ich überlege gerade, ob ich die Eierschalenhälften vom Wochenende, wenn ich für den von uns schon jetzt so ungeduldig, weil freudig erwarteten Besuch backe, bereits irgendwo deponieren soll. Für das Frühjahr 2012. Ich würde dann nämlich gern als Dekoration für Vor-die-Haustür einen Korb komplett mit (leeren) Eierschalen befüllen. Soviel backe ich nämlich auch nicht und - das nächste Osterfest kommt schließlich bestimmt.

1 Kommentar:

Marco hat gesagt…

Sieht euer Haus dann in etwa <a href="http://www.floppes.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/12/pc131055.jpg>so</a> aus? :-)

Ich bin passionierter Weihnachtshasser und die Begeisterung anderer für dieses Fest der Feste (bei dem sich vor allem die Stadtwerke und der Einzelhandel begeistern) ist für mich immer etwas befremdlich. Aber den Winter an sich hasse ich ja auch leidenschaftlich. Von daher passt dieses Fest ganz gut in die Jahreszeit. *g*