Freitag, 21. Oktober 2011

Hä? Wat is?

Vieles kann man sich erklären. Warum die Butterseite des Frühstücksbrotes immer zuerst auf den Boden knallt etwa (weil schwerer). Wieso es „blaues Blut“ heißt, wie ich letzte Woche beim Abendessen von meinem Sohn gefragt wurde (weil früher die Adeligen nie an der Sonne waren und ihre Haut daher so blass war, dass sie bläulich geschimmert hat). Oder, warum man davon ausgehen kann, dass sich die Benzinpreise zum nächsten Feier- plus Brückentag gefühlt verdoppeln (…).


Das Wissen meines Ältesten über Gaddafi („Weißte Mama, der is wie Frau Merkel, also Politiker, nur echt böse, kannste im Internet kucken!“) erklärt ER mir anhand der Kindernachrichten und zu seiner Frage bezüglich der Henne und dem Ei, von ihm gestellt an der Kasse des Supermarktes und von dem Kunden vor uns mit hoch amüsiertem Schulterblick quittiert, habe ich immerhin eine Theorie, die ich allerdings alle paar Tage verwerfe.


Nicht erklären kann ich mir, wieso sich zwei entgegenkommende Autos (eines davon mit mir drin) auf der Landstrasse IMMER auf Höhe des Radfahrers treffen, oder wieso der Halter des VW-Busses sein Gefährt so abstellte, dass es die komplette Breite unseres Hoftores ausgefüllt hat, links und rechts genau 1,5 cm Luft. Mich an den Zettel unter dem Scheibenwischer des Wagens meiner Cousine erinnernd („Sie dürfen sich beim nächsten Mal gerne noch etwas näher an mich heranstellen, ich steige sowieso immer durch den Kofferraum ein!“), habe ich seinerzeit auch etwas Kleines verfasst (Auszug: „Ich freue mich, dass wir eine ausnehmend sportliche Familie sind und es uns und unseren drei Kindern ein Leichtes war, samt Kinderwagen, Fahrrädern und Gepäck unser Grundstück zu verlassen!“) und mir daraufhin in einem meiner liebsten Online-Shops „Scheisse-geparkt-Post-its“ bestellt.





Ich weiß nicht, wieso man das Radio immer genau in dem Moment einschaltet, an dem die letzten beiden Takte des Liedes erklingen, dass schon vor Jahren eins der allerliebsten war, dessen Tonträger man aber – ebenfalls bereits vor Jahren – verliehen, niemals zurückbekommen und zu allem Überfluss auch noch vergessen hat, an wen. (Und keiner kommt mir jetzt mit youtube oder iTunes. Hier gehts ums Prinzip!!) Oder was es damit auf sich hat, dass ich, meines Zeichens „Nachtbäckerin“, immer erst dann feststelle, keinen einzigen Krümel Backpulver im Haus zu haben, wenn alle anderen Zutaten bereits in der Rührschüssel vor sich hindümpeln.


Keine Ahnung habe ich jedenfalls auch davon, woran es liegt, dass ausnahmslos ALLE meine drei Kinder, sobald sie winters endlich gestillt, frisch gewickelt, angezogen und im Kinderwagen verstaut waren, durch eindeutige Geräusche aus dem Bereich der unteren Körperhälfte signalisiert haben, dass es „auf geht in die nächste Runde“.


Was ich mir hingegen mehr als erklären kann, ist, wieso das kommende ein ganz besonders schönes Wochenende wird – heute ein Abend mit einer Feierei in Aussicht, die ich aus lauter Vorfreude am liebsten gestern schon begonnen hätte, morgen ganz spontan, weil eben erst davon erfahren, ein Symphoniekonzert mit 50 Musikern und am Sonntag eineinhalb Stunden Zusatzschlaf für mich bei „Wicki auf großer Fahrt“. Mehr geht nicht.




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