Montag, 10. Oktober 2011

Auffi aufn Berg!

Woran liegt es nur, dass ich in keinem Jahr den Nussknacker finden kann? Ich sitze vor einer Schale frischer Walnüsse und ärgere mich. Wenn ich daran denke, wie viele Modelle ich in den letzten Jahren gekauft habe, ob beim Kaffeeröster oder im Haushaltswarenladen, gleich noch mehr. Es kann doch nicht sein, dass schon wieder keiner da ist! Wenn ich euch kriege, Freunde, mach ich einen Laden auf und verkauf euch meistbietend!


Ich bin daran übrigens NICHT schuld. Schließlich habe ich einen Drang zur Häufchenbildung, dem ich uneingeschränkt nachgebe. Hier liegen überall Haufen. Selbstverständlich nichts Organisches, sondern beispielsweise papierern. Zeitschriften, Bücher, Prospekte, Rechnungen, Schulfestflyer. Oder aus diversen anderen Materialien. Stoff, Keramik, Plastik, Korbgeflecht.


Vielleicht liegt auch irgendwo ein Nussknackerhäufchen, das nur durch ein anderes verdeckt ist??


Ich gehe davon aus, dass ich alles sortiere, wenn ich Zeit habe. Und freue mich, wenn ich mit 67 die Grundschulzeugnisse meines Sohnes abheften darf. Bis dahin bilde ich in ihrer Missordnung relativ gebändigte Stapel. Und gewahre, dass viel Platz nicht immer positiv ist. Denn je mehr man davon hat, desto zahlreicher werden auch die Ablageflächen. Und, daraus resultierend, die Häufchen.


Eine gute Begründung für mein auf „neutrale-Farben-Bestehen“ bezüglich meiner Umgebung könnte sein, dass ich sonst befürchte, das viele bunte Zeug könnte nicht mehr richtig zur Geltung kommen!


Mit Schrecken stelle ich fest, dass sich oben genanntes Verhalten auch bei meinen Kindern abzeichnet. Auch ohne wissenschaftliche Bestätigung bin ich felsenfest davon überzeugt, dass sich hier das elterliche Erbmaterial von beiden Seiten zu jeweils 100% durchgesetzt hat. Oh Mann. Ein großer Spaß. Unsere mittlere Tochter trägt den Beinamen „Eichhörnchen“. Ich erkläre nicht, weshalb.


Das Zimmer meines Sohnes ist eigentlich ein einziger großer Haufen. Ich könnte sagen, egal, Hauptsache, er findet, was er braucht, aber DAS TUT ER NICHT! In regelmäßigen Abständen drohe ich ihm an, sein gesamtes Hab und Gut in blauen Müllsäcken zu verpacken und an Bedürftige zu verschenken, sollte er sich nicht endlich dazu durchringen, aufzuräumen. Und auch hier möchte ich ob meiner Erziehungsmethoden nicht kritisiert werden, kann aber mitteilen, dass das Ergebnis einer solchen Drohung ein gutes ist.


Aber wer könnte es ihm verdenken? Die Genetik!!


Zuletzt ein Tipp: ein absenter Nussknacker kann, wie letzte Woche bei der Verfeinerung einer Kürbissuppe erprobt, hervorragend durch einen Fleischklopfer ersetzt werden!

1 Kommentar:

Marco Dirscherl hat gesagt…

Hehe. Die Drohung mit dem blauen Müllsack wurde bei uns, pädagogisch wertvoll, auch schon des Öfteren ausgesprochen und einmal sogar in die Tat umgesetzt (weil, wie wir ja alle wissen, Konsequenz das Wichtigste in der Erziehung ist!). Natürlich brachten wir es nicht übers Herz den Müllsack tatsächlich zu entsorgen. Natürlich durfte sich unsere Große unter herzerweichenden Tränen ihre Lieblingsspielsachen wieder herausholen. Und natürlich war der Langzeiteffekt gleich Null (weswegen ihr Zimmer nach wenigen Minuten "spielens" wieder aussieht wie ein Fall für die Seuchenschutzbehörde). Aber das sind sie wohl, die kleinen Grabenkämpfe des Familienlebens…I :-)