Dienstag, 27. September 2011

Trä-nen lüügen niiiiicht

Eine Heulerei ist das ständig hier in diesem Haus! Die Kinder? Nein! Die Mutter!! Ungelogen – mein Gesicht in einem adäquaten, trockenen Zustand mit der Mascara dort, wo sie hin gehört, ist quasi non existent. Ich. Weine. Einfach. Immer.


Ich weine, wenn ich lache, ich weine, wenn ich mich freue, ich weine, wenn ich traurig oder erleichtert bin und ich weine, wenn mich etwas rührt. Ich weine bei Filmen, bei Musik, ich weine beim Lesen und wenn mir jemand etwas Besonderes erzählt. Ich weine, wenn mir jemand sagt, dass er mich mag und ich weine, wenn mir jemand sagt, dass er mich nicht mag. Ich weine, wenn ich mich ärgere und ich weine, wenn ich sehe, dass andere weinen!


Mittlerweile könnte ich wohl die gesammelte Leserschaft zum Essen ausführen, bekäme ich das Geld, das ich bis zum heutigen Tag sinnlos in Make Up investiert habe. Von den umgerechnet zwei Wochen New York mit Flug, Übernachtung und Shopping für den Gegenwert der von mir bisher verbrauchten Taschentücher ganz zu schweigen.


Im Lauf der letzten Jahre habe ich mich sogar zum Hochzeits-Heuler entwickelt! Um Himmels Willen! Wie konnte das denn passieren? Dabei bin ich doch noch nicht einmal selbst verheiratet!


Niemals wäre auch nur ein Cent in ein kleines blaues Schweinchen geworfen worden, wäre die erste Frage die nach der mir so typischen Handbewegung gewesen.


Eine Fotostrecke dokumentiert, dass auch die größte jemals produzierte Sonnenbrille, hinter der ich versuche, mich zu verstecken, nichts gegen den Kindergartenabschied meiner mittleren Tochter ausrichten kann. Ich wollte mich beinahe auf den Kinofußboden legen, um gänzlich unbemerkt meine Nase putzen zu können, als Rapunzel mit ihrem Liebsten über den 3D-See schwamm. Der Anblick meines Sohnes an seinem dritten Schultag, als er, fünfjährig, gewollt alleine (!), bepackt mit Schultasche, Sporttasche und Regenschirm stolz an unserem Haus vorbeimarschierte, brach mir beinahe das Herz. Fremde, frisch geschlüpfte Babys? Meine Freundin in ihrem neuen Traumkleid? Meine Jüngste, wenn sie zu „Revolverheld“ Phantasie-Ballett tanzt? Meine Mittlere, wenn sie ein selbst komponiertes Stück auf dem Klavier spielt? Meine andere Freundin, die mir nur erzählt, was sie sich als Kind zu Weihnachten gewünscht hat? Sie alle bringen mich zum Weinen!


Heute Vormittag hab ich beim Verlassen einer schwedischen Bekleidungsfirma die soeben bei mir eingegangene SMS gelesen - mit einem der schönsten Komplimente, die ich in meinem ganzen Leben bekommen habe. Will einer raten, was ich gemacht hab?

1 Kommentar:

Marco hat gesagt…

Du hast nicht geweint? ;-)

Auch ich bin, vor allem für mein Geschlecht, unverhältnismäßig nahe am Wasser gebaut. Mit dir kann ich scheinbar aber nicht mithalten *g*