Mittwoch, 7. September 2011

Namen sind Schall und Rauch?

Obwohl es sein mag, dass alle, die bei der Frucht ihrer Lenden auf eine äußerst kreative Namensgebung zurückblicken können, mich gleich nicht mehr besonders mögen, hier eine kleine Geschichte.


Vor einigen Jahren stand ich in der Kinderabteilung eines Möbelhauses, welches einen unaufgefordert duzt, und lauschte der Mitteilung, die über meinem Kopf aus einem Lautsprecher dröhnte: „Es möchte aus dem Kinderland abgeholt werden der kleine Jacques…“ - es folgte ein sehr bayerischer Nachname - „der kleine Jacques bitte!“. Schwanger im letzten Drittel mit unserem zweiten Kind, figürlich breiter als hoch, ging ich in die Knie und gab einen Laut von mir, der den erschrockenen Gesichtern der umstehenden Frauen nach zu urteilen klang, als stünde ich unmittelbar vor der Niederkunft.


Ernsthaft jetzt. Es kann mir doch kein Mensch weismachen, dass Jacques´ Eltern ihr Kind jemals auch nur ansatzweise leiden konnten! Und es hat wirklich nichts damit zu tun, dass ich (ich!!) beispielsweise „Grete“ gut finde. Oder „Quirin“. Dass mir Namen gefallen wie Vitus, Matilda und Ida, meinetwegen auch Veit oder Ludwig. Denn mir gefiele auch Jacques. Wenn Jacques das Kind wenigstens eines französischen Elternteils gewesen wäre und einen Nachnamen wie „Ledoux“, „Bonnet“ oder „Leclerc“ getragen hätte. Hat er aber nicht. Mein Möbelhaus-Jacques trug einen alpenländischen Nachnamen, der ungünstigerweise ebenfalls mit „Sch“ begann.


Wären Jacques Eltern Bob Geldof, Jamie Oliver oder Franziska van Almsick, hieße er wahrscheinlich noch viel wilder, könnte sich aber wenigstens mit dem Promikinderspinnerstatus trösten.


Dass dem ein oder anderen unsere höchsteigene Namenswahl womöglich ebenfalls missfällt, finde ich durchaus rechtens. Allerdings wage ich zu behaupten, dass die Vornamen unserer Kinder zu ihrem Nachnamen passen. Regional, phonetisch und farblich (bei einer Mutter, die Synästhetikerin ist ;-) ).


Hoffentlich aber haben Jacques´ Eltern seinen Namen wenigstens „original“ geschrieben beim Standesamt eintragen lassen, denn meine Freundin stand einst – ohne Quatsch, weil durch den Personalausweis bestätigt – einer Schacklin gegenüber!

1 Kommentar:

agors hat gesagt…

Du bist nicht allein!
http://www.youtube.com/watch?v=C2mA_7ADmxQ